Es grünt so grün des Feldes Kohl -
gedeiht für unser leiblich´ Wohl.

Wenn es friert bei kaltem Wetter,
grün und kraus sind seine Blätter.

Hat Schnee und Frost ihn erst bedeckt,
er besonders lecker schmeckt.

Steht stolz in seiner vollen Pracht,
Weiß wohl, er ist fürs Inferno gedacht.
Mit Liebe und Gefühl gerupft -
gespült, gewaschen, fein gezupft -
in den Töpfen blubbert er,
gibt sein köstliches Aroma her.

Gekonnt gewürzt und abgeschmeckt,
weckt man so, was in ihm steckt.

Der Kessel dampft, Tisch ist gedeckt,
greift alle schnell zum Essbesteck.

Grünkohl, Kassler, Backe, Wurst,
Bier und Glühwein für den Durst -
Kartoffeln noch und Senf dazu,
leer´n sich die Töpfe dann im nu.

Musik und Spiele, dumm Tüch snacken,
geht gut bei Bier und Schweinebacken.

Und für den Magen hinterher,
gibt’s Leckereien noch viel mehr -
ein Korn, ein Obstler oder Schnaps -
da macht manch´ Herz vor Freud´nen Satz.

Zu später Stund, nach langer Nacht,
welche leiblich Wohl und Spaß gebracht,
legt sich zur Ruh der letzte Gast,
wohlweislich er nichts mehr verpasst.

Sinkt in Schlaf, dreht sich noch kurz,
entweicht ganz leis´ des Kohles Furz.

Und jeder Gast das gleiche spricht:
dieses Gericht ist wahrlich ein Gedicht!
18.01.20